![]() Computerspiele sind ein wichtiges Medium der Freizeitkultur. Sie sind wirtschaftlich sehr erfolgreich, polarisieren jedoch stark den gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs. Die Stadtbücherei Stuttgart greift mit Spiel Computer Spiel! – einer Ausstellung experimenteller Computerspiele und einem 4-tägigen Festival – wichtige Fäden auf und lädt zum Experimentieren und Diskutieren ein. Kuratiert von Johannes Auer. Spiel Computer Spiel! - Experimentelle Computerspiele [Ausstellung vom 14. Juli bis 31. August 2010 in der Stadtbücherei Stuttgart] Die Ausstellung Spiel Computer Spiel! – in Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Game Design" der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) und der Schweizer Künstlergruppe AND-OR – zeigt außergewöhnliche experimentelle Computerspiele. Das Spiel „Float&Jitter“ nutzt gezielt visuelle Fehler zur Erzeugung von Spielobjekten und kombiniert sie mit reaktiver Musik zu einer herausfordernden Spielwelt mit eigenem Rhythmus. Im Flugzeugabenteuer „Augustwind“ muss sich ein Wolkenbewohner gegen Luftpiraten behaupten und einen Wolkenaal putzen. Jede Grafik des Spiels wurde von Hand gemalt und in einer 3D-Welt aufgebaut. Bei dem Point-And-Click-Adventure „Razzmatazz“ experimentiert der Spieler mit Farbe, die hier als Kommunikationsmittel, Sammelobjekt und kreatives Werkzeug eingesetzt wird. Das Spiel „Feist“ bekam bereits mehrere Preise für sein visuelles Design und arbeitet im Vordergrund hauptsächlich mit Silhouetten während der Hintergrund märchenhaft farbig ist und durch Lichteffekte fasziniert. Feist ist ein kleines Fellbüschel, das auf seiner Reise über Berge und durch tiefe Wälder auf völlig verrückte Wesen trifft.
Donnerstag, 15.07.2010
Shooter: Aggression oder Entspannung 19h und 20.30h, Max-Bense-Saal - Vortrag und Gespräch Matthias Bopp: „Killerspiele“ - Zum aktuellen Stand der Wirkungsforschung. Vortrag 19h, Max-Bense-Saal, Vortrag Matthias Bopp ist Mitherausgeber des multidisziplinären Forschungsbandes "Shooter" (2009) und u.a. Experte für die Wirkungen von Computerspielen. In seinem Vortrag präsentiert er den neuesten Stand der Forschung: welche Effekte der so genannten „Killerspiele“ auf die Nutzer als erwiesen und welche als umstritten oder widerlegt gelten. Shoot ‘em Up? Ein Gespräch zwischen dem Schriftsteller Martin von Arndt und Matthias Bopp . Moderation: Susanne Kaufmann (SWR) 20.30h, Max-Bense-Saal, Gespräch Wie verarbeitet ein Literat und aktiver Computerspieler die Welt der Shooter-Spiele und was hat ein Computerspielforscher dazu zu sagen? Ästhetische und wissenschaftliche Sichtweisen treffen aufeinander und werden diskutiert. Eintritt für Vortrag und Gespräch: € 5,-/3,- Für eine Schulklasse der Stufen 3 und 4 Freitag, 16.07.2010 Spaß oder Ernst: Bewertung und pädagogisches Potential von Computerspielen 19h und 20.30h, Max-Bense-Saal - Vortrag Ulrike Pilarczyk: Über die Schwierigkeit, Computerspiele (pädagogisch) zu beurteilen. Vortrag 19h, Max-Bense-Saal, Vortrag Ulrike Pilarczyk lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der TU-Braunschweig und ist seit 1991 Gutachterin bei der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK). Ihre Forschungs- und Gutachtertätigkeit erlauben ihr ganz unterschiedliche und höchst kompetente Blickweisen. Der Zuhörer erhält dadurch aufschlussreiche Einblicke in die oft schwierige Beurteilung von Computerspielen. Jürgen Fritz: Spielend Lernen? Das Potential von Computerspielen als Lernmedium. Vortrag 20.30h, Max-Bense-Saal, Gespräch Jürgen Fritz ist einer der renommiertesten Forscher im Bereich der Spiel- und Interaktionspädagogik. Er lehrt am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik in Köln. In seinem Vortrag zeigt er auf, ob und wie Computerspiele zum Lernen taugen und was wir (computer-)spielend wirklich lernen können. Eintritt für beide Vorträge: € 5,-/3,- ------------------------------------------------------------ Stand Juli 10 |