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Freundeskreis

Der Freundeskreis der Stadtbibliothek e. V. spendet 5.000 Euro für Medien zum Deutschlernen und hilft Bibliotheksnutzern beim Einstieg in die deutsche Sprache

„In der Bücherei hat meine Familie Wertschätzung und Respekt erfahren. Die Bücherei hat uns geholfen, die deutsche Sprache zu lernen. Sie ist für uns zu einem Stück Heimat geworden.“ Dies schrieb ein Bürger an die Stadtbibliothek, der bereits vor vielen Jahren mit seiner Familie nach Stuttgart kam und sich in diesem Land zunächst fremd fühlte.

Foto: Günther Marsch

Fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur – mit dem umfangreichen Angebot an internationalen Medien leistet die Stadtbibliothek Stuttgart einen wertvollen Beitrag für geflüchtete Menschen, sich in Stuttgart einzuleben, zurecht zu finden, die Sprache zu lernen und etwas über die Kultur zu erfahren. Zudem können sie mit Hilfe der zahlreichen PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang Kontakt zu ihren Familien halten, Zeitungen aus ihrer Heimat in der Pressedatenbank PressReader oder Literatur in ihrer Muttersprache lesen.

Zugewanderte treffen sich mit ihren Paten, Sprachkursen und Betreuungspersonen in der Bibliothek und leihen Lehrmaterialien zum Deutschlernen aus oder nutzen die Lehrwerke und anderen Medien gleich vor Ort an den Gruppentischen. In Veranstaltungen wie „Beratung für Deutsch als Fremdsprache“, „Spielend Deutsch lernen“, „Sprachwerkstatt“ für Jugendliche und „Lese-Heimat“ für Kinder ist Raum für Austausch und Spracherwerb.

Da das Medienangebot sehr stark nachgefragt wird, hat nun der Freundeskreis der Stadtbibliothek Stuttgart e. V. dafür gesorgt, dass die Regale vorerst nicht mehr leer sein werden. Dank einer großzügigen Spende von 5.000 Euro konnten rund 400 Medien eingekauft werden. Dabei wurde der Schwerpunkt auf den Einstieg in die deutsche Sprache gelegt: Bildwörterbücher oder sogenannte Zeigewörterbücher für die schnelle Erstkommunikation, Kurse zum Selbstlernen, aber auch Bücher zur Integration wie Willkommensgesprächsbücher, Alltagssituationen, Vorstellung der Grundwerte in einfacher Sprache, Kurzgrammatik mit Basiswortschatz, Wörterbücher, alle mit verschiedenen Sprachen der Herkunftsländer als Ausgangsbasis wie beispielsweise Amharisch, Arabisch, Dari, Farsi, Paschtu, Urdu, Tigrinisch.

Darüber hinaus konnte die Stadtbibliothek auch ihr Angebot an Lehrwerken erweitern, die sich für den Einstieg Deutsch mit Hilfe von Lehrern, Kursleitern oder freiwilligen Helfern eignen, darunter Lehrwerke zur Integration und Alphabetisierung.

Integrationshelfer, Paten und Kursleiter zeigen immer mehr Interesse, selbst einen Einblick in die Sprachen der Herkunftsländer zu bekommen. Aus diesem Grund wurden nun sogenannte Expresskurse für den PC oder mit Audio-CD erworben, mit denen Grundkenntnisse in den Sprachen Arabisch, Persisch, Syrisch und Urdu erlernt werden können.

Das neue Medienangebot „Einstieg in die deutsche Sprache“ steht im fünften Obergeschoss der Stadtbibliothek am Mailänder Platz bereit. Es wurde am Donnerstag, 8. September, um 19 Uhr mit dem Freundeskreis der Stadtbibliothek e. V. und der Direktorin der Stadtbibliothek Christine Brunner eröffnet und ist nun täglich – außer sonn- und feiertags – von 9 bis 21 Uhr zugänglich.

„Die Stadtbibliothek Stuttgart mit allen Stadtteilbibliotheken ist seit vielen Jahren ein Forum für die Begegnung der Kulturen – mit mehrsprachigen Angeboten im Mediensortiment, mit Gesprächskreisen, literarischen Veranstaltungen oder Projekten zur Sprach- und Leseförderung. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Beitrag die vorbildliche Arbeit der Stadtbibliothek in Sachen Integration und Interkultur unterstützen können.“, so Arnim Kogge vom Vorstand des Freundkreises der Stadtbibliothek Stuttgart e. V.


Der Freundeskreis der Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Stuttgart hat Unterstützung: Auf Initiative von Kulturamtsleiterin Susanne Laugwitz-Aulbach wurde im Oktober 2011 ein Freundeskreis für die Stadtbibliothek gegründet. Den Vorsitz des Freundeskreises der Stadtbibliothek Stuttgart e.V. hat Professor Dr. Berthold Leibinger, Gesellschafter der Trumpf-Gruppe, übernommen. Der stellvertretende Vorsitz liegt bei Arnim Kogge, Südwestbank. Schirmherr war bei der Gründung Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster.

„Die neue Stadtbibliothek setzt weit über Stuttgart hinaus Zeichen“, so Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster. „Sie ist Basis für die Wissensgesellschaft der Zukunft und übernimmt medienpädagogische Verantwortung. Deshalb freue ich mich, dass die Arbeit dieser wichtigen Bildungseinrichtung nun durch einen Freundeskreis unterstützt wird.“

Der Freundeskreis steht der Stadtbibliothek in ihrem Bildungs- und Kulturauftrag zur Seite und baut neue Netzwerke auf. Die Mitglieder verstehen sich als Botschafter, die dazu beitragen wollen, dass die Bibliothek in der Stadtgesellschaft noch stärker wahrgenommen wird. „Neue Bevölkerungskreise erreichen und diese für die Aufgaben der Bibliothek als Ort des lebensbegleitenden Lernens zu begeistern“ war für mich eine Motivation, mich für die Gründung eines Freundeskreises für die Stadtbibliothek einzusetzen“, sagte die damalige Leiterin des Stuttgarter Kulturamtes Susanne Laugwitz-Aulbach.

Unterstützung will der Freundeskreis vor allem bei den wichtigen Zukunftsaufgaben leisten. Hierzu zählt die Förderung der beruflichen Bildung, insbesondere bei nicht-akademischen Berufen. Die Mitglieder des Freundeskreises können Kontakte zur Wirtschaft und zum Dienstleistungssektor eröffnen und damit neue Impulse bieten. Langfristig besteht die Möglichkeit, neue Kooperationen aufzubauen.

Ein weiteres Ziel des Freundeskreises sind gemeinsame Projekte zur Lese- und Sprachförderung und zur Entwicklung der digitalen Medien.

„Als Vorstandsmitglied sehe ich mich als Botschafter für die Stadtbibliothek, um die Ziele in der Öffentlichkeit publik zu machen, durch Unterstützung und Umsetzung von Projekten im Rahmen der Möglichkeit des Förderkreises, wie zum Beispiel die junge Medienjury, ein Projekt bei dem wir Jugendlichen ein öffentliches Forum geben und den Medienmix in den Fokus rücken." sagt Arnim Kogge.

Für den Vorstand konnte auch Dr. Stephanie Mair-Huydts, gewonnen werden. Die Verlegerin möchte vor allem Kinder und Jugendliche sowie Bürger, die bislang keine optimalen Bildungs-Chancen haben, zum Lesen motivieren. Mit ihren Kenntnissen und Kontakten im Bereich Medien will sie die Bibliothek bei der Wissensvermittlung unterstützen.

Weitere Vorstandsmitglieder im Freundeskreis der Stadtbibliothek sind der Steuerberater Andreas Bouley, Claudia Fenkart-N’jie, Herausgeberin des Kulturkalenders Baden-Württemberg, der Rechtsanwalt Dr. Peter Ladwig sowie der Architekt Alexander Vohl.
Ihnen allen liegt der Bildungs- und Kulturauftrag der Stadtbibliothek am Herzen. Die Mitglieder wollen darauf hinwirken, die Bedeutung des Hauses für die Zukunftsentwicklung der Stadt auch bei all denjenigen stärker ins Bewusstsein zu rücken, die zwar keine Nutzer sind, die aber über die Möglichkeit verfügen, die Arbeit der Bibliothek zu fördern. Von zukünftigen Mitgliedern wird ein aktives Engagement für die Ziele der Bibliothek erwartet. Über die Mitgliedschaft entscheidet der Vorstand. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 200 Euro.


Letzte Änderung: 21.09.2016